Schirmherrin:
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Frau Prof. Dr. Johanna Wanka
Raffaelsaal Raffaelsaal



Belvedere Pfingstberg Salome im Schlosstheater Salome im Schlosstheater Salome im Schlosstheater

Kaja Riemann Belvedere Pfingstberg Belvedere Pfingstberg Belvedere Pfingstberg


Monarchische Beziehungen zwischen
Russland und Preußen im 19. Jahrhundert
Liebe Freunde der Potsdamer Hofkonzerte Sanssouci,

das Ihnen vorliegende Programm der 18. Hofsaison beleuchtet eine Zeitachse besonders intensiver preußisch-russischer Beziehungen zwischen den Residenzen. Die preußische Prinzessin Louise Charlotte von Preußen,1815 mit dem russischen Großfürsten Nikolaus verlobt, bestieg 1825 mit ihrem Mann als Alexandra Feodorowna den Zarenthron. Die verwandtschaftliche Bindung der königlichen Familien erlebte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt und dokumentiert sich noch heute in zahlreichen Bauwerken, Freundschaftsgaben sowie kostbaren Porzellan-Geschenken.
An einem besonders beliebten russisch-gestalteten Ort in Potsdam läuten die Hofkonzerte ihre Eröffnung und zugleich das Finale der Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg "Macht und Freundschaft" ein. Folgen Sie uns doch in die Kolonie Alexandrowka...
Das im russischen Stil erbaute Dorf, sorgsam restauriert und Teil des Weltkulturerbes, ist bis heute in seiner Geschlossenheit ein eindrucksvolles Zeugnis preußisch-russischer Verbundenheit.

Nur einige Kilometer von dieser exotischen Siedlung entfernt lenkten die preußischen Monarchen mit Leidenschaft den Schaffensprozess der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), um die prachtvollen Service, Prunkvasen zum Botschafter ihrer politischen Ideen zu machen. Das makellose, formvollendete Porzellan krönte die Tafeln der europäischen Herrscherhäuser.


Schinkelkorb, KPM Berlin

Der filigrane "Fruchtkorb en vase", nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel (siehe Abbildung), war ein Hochzeitsgeschenk für die preußische Prinzessin Louise Charlotte. Bis zur Abdankung Kaiser Wilhelms II. war die KPM in königlichem Besitz. Als Friedrich II. 1763 in seiner Begeisterung für das "weiße Gold" die Manufaktur erwarb, gab er ihr voller Stolz seinen Namen und die königlichen Insignien: das blaue Zepter und den Reichsapfel. Eine glanzvolle Restauration, ja ein glanzvolles Comeback, hat das Manufakturgebäude - heute noch Fertigungsstätte - in den letzten Jahren erfahren. Unter der Leitung des Alleingesellschafters, Herrn Jörg Woltmann, wurde im September 2007 die KPM Welt neu eröffnet und hat mit ihrer faszinierenden Dauerausstellung unschätzbar zur Erinnerungskultur von seinen Anfängen bis in die Jetztzeit beigetragen.

Seien Sie uns willkommen - ob in Potsdam, Berlin, St. Petersburg - die inszenierte Gesellschaft am Hofe scheint dort wie hier verlebendigt.

Ihre Barbara V. Heidenreich